Villen mit fantastischer Architektur
Die Seebadarchitektur, die Ende des 19. Jhd. entstanden ist, bietet eine bemerkenswerte Bandbreite von erstaunlichen Villen, bei denen die Architekten ihrer Fantasie freien Lauf lassen konnten. Die Stilentlehnungen und -nachahmungen sind zahlreich. Die eine holt sich ihre Inspiration von den regionalen Charakteren, die andere von englischen Cottages oder den exotischen orientalischen Formen. Nur einem Prinzip bleibt man treu: Ohne Rivalität Originalität versprühen!
Türme, Glockentürmchen, Aussichtspavillons und Campanilen zeigen sich am Strand oder im Parkviertel. Émile Zola, Sacha Guitry und Yvonne Printemps statten ihnen jedes Jahr einen Besuch ab. Der Fotograf Jacques-Henri Lartigue hinterlässt von ihren gemeinsamen Ferien unvergessliche Zeugnisse. Unbeschwerte, wilde Jahre! Die Zeit verlieh ihnen einen verrückten Charme.
Die architektonische Fantasie dieser Villen wird in den 50er Jahren am Meeresufer, im Parkviertel oder in der Nähe des Palais des Congrès fortgeführt.
Ein Perspektivenspiel
Nach den Bombenangriffen von 1945 wurde das Stadtgefüge komplett überdacht, aufgelockert und durch große Perspektiven betont. Verlassen Sie die Stadt Royan, ein lebendes Museum aus Architektur und Städtebau der 50er Jahre, nicht, ohne das Küstenportal durchschritten und die von Guillaume Gillet entworfene "Gallionsfigur der Stadt" besichtigt zu haben: die Kirche Notre-Dame, das dünne Betongerüst, das das Kirchenschiff überzieht, ist eine unbestrittene technische und ästhetische Spitzenleistung.
Die Architektur des protestantischen Stadtzentrums, des Kirchplatzes und des Tempels ist eher schlicht und asketisch. Die Markthalle – ein Rumpf aus von dreizehn Stützpunkten getragenen Betonwindungen - erinnert eher an einen Fallschirm und bildet den Abschluss des Ausblicks auf die Mündung.
Ein anderer Ort, der von erfolgreicher Experimentiertechnik zeugt, der Palais des Congrès, bietet ein subtiles Lichtspiel zwischen den konvexen und den vertikalen oder horizontalen Flächen.











